Laut Wirtschaftswoche muss sich Deutschland wohl noch etwas gedulden, bis der Kindle auch hier auf den Markt kommt.
Der größte Vorteil des Kindles gegenüber dem Sony Reader ist wohl die überaus praktische (und verführerische) Möglichkeit, Bücher jederzeit und überall wireless über das Handynetz herunterzuladen. Habe das in den USA ausprobiert; geht wirklich so schnell wie das Versenden einer SMS! Den Sony Reader (und in D auch den importierten Kindle) dagegen muss man erst an den Computer anschließen und über seinen Account Bücher herunterladen (wie genau, dazu bald mehr).
Nun sind - laut Wiwo - die Verhandlungen von Jeff Bezos (Amazon) mit Vodafone und T-Mobile bezüglich einer Handynetznutzung gescheitert. Vodafone und T-Mobile wollten mehr Gebühren für die Netznutzung, als Amazon bereit war zu zahlen. Und ohne Key Feature auch kein Launch... Damit wird es immer unwahrscheinlicher, dass der Kindle (wie gemunkelt) im Oktober zur Buchmesse seinen Deutschland-Start erleben wird.
Montag, 29. Juni 2009
Sonntag, 31. Mai 2009
Kindle 1 vs. Kindle 2
Mich überrascht es immer wieder, dass so viele Leute teure Versionen 1.0 von Geräten kaufen. Jedem ist doch klar, dass die 1.0er voller Bugs, Macken, schlicht und ergreifend: unausgereift sind. Auch im Bezug auf Design:

Der Kindle 1 sieht ungleich unsymmetrischer aus. Das Design ist unruhig, das Plastik wirkt billig, das Display ist schlechter (4 Graustufen vs. 16 Graustufen). Der iPodisierte Kindle 2 dagegen ist schon recht hübsch. Auch der neuste Anbieter von Ebooks, Cool-er, hat verstanden, dass das Ebook mehr ist als ein Textanzeigegerät. Es ist ein Accessoire.
Doch zurück zur Frage, warum kaufen einige ungeduldige Leute (sog. 'early adopters') überhaupt noch die ersten unausgereiften Versionen? Sei es nun Kindle, iPhone oder vor einigen Jahren ein Navigationsgerät, obwohl längst klar war, dass die nächste Version eine automatische Stauerkennung hat und bei der man nicht erst 15 Minuten im Kreis fahren muss, bis eine Satellitenverbindung hergestellt ist.
Es fällt auf, dass die early adopters in den USA wohl am zahlreichsten ist, was wahrscheinlich sowohl daran liegt, dass das meiste technologische Zeug dort erfunden wird, aber auch, dass "neu" in der amerikanischen Kultur einen Wert an sich darstellt.
Dementsprechend reagieren auch Firmen darauf, indem sie meist die erste/Beta-Version erst einmal in den USA herausbringen und erst mit der nächsten Version den Rest der Welt erobern. Außer Google, bei denen ist alles "Beta", schon aus Versicherungsgründen. Aber dafür bezahlt auch niemand 400 Dollar.
Die wichtigen Veränderungen in Kürze:
Die schlechte Nachricht lautet: der Kindle 3 wird noch viel besser sein. Und ich werde blöd sein, nicht darauf gewartet zu haben.

Der Kindle 1 sieht ungleich unsymmetrischer aus. Das Design ist unruhig, das Plastik wirkt billig, das Display ist schlechter (4 Graustufen vs. 16 Graustufen). Der iPodisierte Kindle 2 dagegen ist schon recht hübsch. Auch der neuste Anbieter von Ebooks, Cool-er, hat verstanden, dass das Ebook mehr ist als ein Textanzeigegerät. Es ist ein Accessoire.
Doch zurück zur Frage, warum kaufen einige ungeduldige Leute (sog. 'early adopters') überhaupt noch die ersten unausgereiften Versionen? Sei es nun Kindle, iPhone oder vor einigen Jahren ein Navigationsgerät, obwohl längst klar war, dass die nächste Version eine automatische Stauerkennung hat und bei der man nicht erst 15 Minuten im Kreis fahren muss, bis eine Satellitenverbindung hergestellt ist.
Es fällt auf, dass die early adopters in den USA wohl am zahlreichsten ist, was wahrscheinlich sowohl daran liegt, dass das meiste technologische Zeug dort erfunden wird, aber auch, dass "neu" in der amerikanischen Kultur einen Wert an sich darstellt.
Dementsprechend reagieren auch Firmen darauf, indem sie meist die erste/Beta-Version erst einmal in den USA herausbringen und erst mit der nächsten Version den Rest der Welt erobern. Außer Google, bei denen ist alles "Beta", schon aus Versicherungsgründen. Aber dafür bezahlt auch niemand 400 Dollar.
Die wichtigen Veränderungen in Kürze:
- zunächst eine Nicht-Veränderung: das Display ist gleich groß geblieben (6 inch) - aber für Größenwahnsinnige (= Studenten und Wissenschaftler) gibt es jetzt das Kindle DX
- die Tasten sind kleiner, aber trotzdem leichter zu bedienen
- das Rädchen zum Scrollen wurde ersetzt durch einen Joystick
- alle Prozesse (Navigation, Umblättern etc.) geht schneller
- die Vorlesefunktion (die Deklaration als "experimental feature" heißt hier wohl soviel wie "beta")
Die schlechte Nachricht lautet: der Kindle 3 wird noch viel besser sein. Und ich werde blöd sein, nicht darauf gewartet zu haben.
Sonntag, 24. Mai 2009
Es gibt es noch, das Wachstum
Um die Wartezeit auf mein ganz persönliches elektronisches Lesegerät zu überbrücken, halte ich mich (und die werten Leser dieses Blogs) mit Statistiken bei Laune.
Voilà:
Gerade kamen mal wieder neue Zahlen aus Nordamerika von der AAP (Association of American Publishers) und dem IDPF (International Digital Publishing Forum), die wiederum von 12-15 Verlagen deren Verkaufszahlen bekamen.
Im März 2009 wurden $ 10.000.000 Dollar mit Ebooks umgesetzt (bei solchen Zahlen bekommen deutsche Verleger gerne schon mal Herzrasen), das entspricht einer Steigerung von 110,4% im Vergleich zum Vorjahr (März 2008 waren es noch 4,7 Mio.).
Das ergibt eine sehr hübsche Kurve, die hier zu bewundern ist. Da lacht das rezessionsgebeutelte Verlegerherz.
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Zahlen
Dienstag, 19. Mai 2009
Vorfreude
So, mein ganz persönlicher Kindle ist nun bestellt und wird voraussichtlich am Freitag das Haus der Schwiegergroßeltern erreichen, wo ich ihn dann bald in die Arme schließen kann.
Und dann gibt's first-hand Erfahrungsberichte!
Montag, 18. Mai 2009
Überraschende Zahlen zum Kindle
E-books polarisieren. Untergang des Abendlandes vs. große Hoffnungen in die Literatur 2.0 und die Erschließung des jungen, interaktivmediensüchtigen Publikums.
Umso besser mal ein paar handfeste Zahlen (ja, die Zahlen kommen aus den USA und beziehen sich nur auf den Kindle) zu bekommen.
Drei große Überraschungen waren für mich dabei:
Irgendwie hatte ich mir den Untergang des Abendlandes anders vorgestellt.
Umso besser mal ein paar handfeste Zahlen (ja, die Zahlen kommen aus den USA und beziehen sich nur auf den Kindle) zu bekommen.
Drei große Überraschungen waren für mich dabei:
- Die größte Lesergruppe sind nicht die Computer-Kids oder die digitale Bohème aus Twentysomethings und Thirtysomethings sondern "ältere Leser".
- Dementsprechend dominieren Romane die Kindle Downloads (80% der Top 25 Kindle Bestseller sind Romane und 75% der Top 100). Romane machen beim Kindle somit einen größeren Teil aus, als bei den 'physischen' Buchverkäufen Amazons.
In Anbetracht dieser Tatsache war es entweder sehr klug, den Kindle DX (der Kindle in Übergröße, der vor allem für Fachbücher und Zeitungen gedacht ist) auf den Markt zu bringen, oder sehr dumm. - Klassiker machen einen großen Teil der Verkäufe im Kindle-Format aus. Genaugenommen sind 35% aller verkauften Kindle-Romane Klassiker! (Im Vergleich zu 14% der konventionellen Verkäufe)
- 35% aller Bücher, von denen es Kindle-Ausgaben gibt, werden als Kindle-Ausgaben gekauft. (Das ist dreimal so viel wie im Oktober 2008 und Februar 2009)
- Die Verkaufszahlen von Kindle-Ausgaben haben sich von Februar zu März 2009 verdoppelt. (Die kostenlosen Downloads ausgeschlossen.)
- Welchen Anteil an den Downloads machen die iPhones aus?
- Amazon hat auch noch keinerlei Auskunft zu den Verkäufen von Kindle-Lesegeräten gegeben. Experten gehen von einer Zahl zwischen 900.000 und 1.000.000 (Kindle 1 + Kindle 2) aus.
- Kaufen Kindle-Besitzer alternativ oder zusätzlich zum guten alten Buch? Letztes Jahr hatte Amazon eine Statistik veröffentlicht, dass Kindle-Besitzer weiterhin die selbe Anzahl an gedruckten Büchern kaufen, aber zusätzlich (pro Monat nehme ich an) 1,6 - 1,7 elektronische Bücher. Aber, wie gesagt, dass sind alte Zahlen und seitdem hat sich viel getan. Es wäre an der Zeit, diese Statistik auf den neusten Stand zu bringen.
Irgendwie hatte ich mir den Untergang des Abendlandes anders vorgestellt.
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Samstag, 16. Mai 2009
Blogs für Kindle verfügbar machen
Blogger können nun ihr Blog auch für den Kindle verfügbar machen und dabei - so verspricht Amazon - sogar über Abonnements Geld verdienen! Nun ja, für die Meisten von uns springen am Ende wahrscheinlich nur Centbeträge dabei heraus. Aber es gilt das olympische Motto.
Zur Registrierung geht' s hier!
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Donnerstag, 14. Mai 2009
Artikel: Wörterbericht oder 'Der Grillanzünder der Bücherwelt'
"Kindle spricht man Kindel, das klingt für deutsche Ohren nach Kindchen, sehr nett, sehr niedlich, auch wenn sich hinter dem englischen Begriff ein kalter Computer verbirgt. Kindle ist ein Lesegerät für Bücher und neuerdings sogar für Zeitungen. Kindle ist aber noch mehr, Kindle ist Anmaßung. Denn übersetzt heißt das Wort anzünden, anfachen. Das Gerät behauptet also, es sei so etwas wie der Grillanzünder der Bücherwelt. Ohne Kindle sind literarische Texte nichts als kalte Kohlen. Erst wenn sie auf seinem Bildschirm aufscheinen, erwachen sie zum Leben, beginnen sie zu leuchten und können ihre ästhetische Hitze entwickeln. Allein Kindle sei Dank können wir uns an Büchern entzünden! Erst die Technik gebiert den Geist! Es zündelt also mächtig im Wörtchen Kindle. Alle alten Ideen vom Buch aus Papier lässt es in Flammen aufgehen. Und lang wird's nicht mehr dauern, dann nennen wir das Weihnachtsbuchgeschäft nur noch Christkindlemarkt."
Von: Hanno Rauterberg, Die Zeit, 07.05.2009
Von: Hanno Rauterberg, Die Zeit, 07.05.2009
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