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Montag, 18. Mai 2009

Überraschende Zahlen zum Kindle

E-books polarisieren. Untergang des Abendlandes vs. große Hoffnungen in die Literatur 2.0 und die Erschließung des jungen, interaktivmediensüchtigen Publikums.
Umso besser mal ein paar handfeste Zahlen (ja, die Zahlen kommen aus den USA und beziehen sich nur auf den Kindle) zu bekommen.

Drei große Überraschungen waren für mich dabei:
  1. Die größte Lesergruppe sind nicht die Computer-Kids oder die digitale Bohème aus Twentysomethings und Thirtysomethings sondern "ältere Leser".
  2. Dementsprechend dominieren Romane die Kindle Downloads (80% der Top 25 Kindle Bestseller sind Romane und 75% der Top 100). Romane machen beim Kindle somit einen größeren Teil aus, als bei den 'physischen' Buchverkäufen Amazons.
    In Anbetracht dieser Tatsache war es entweder sehr klug, den Kindle DX (der Kindle in Übergröße, der vor allem für Fachbücher und Zeitungen gedacht ist) auf den Markt zu bringen, oder sehr dumm.
  3. Klassiker machen einen großen Teil der Verkäufe im Kindle-Format aus. Genaugenommen sind 35% aller verkauften Kindle-Romane Klassiker! (Im Vergleich zu 14% der konventionellen Verkäufe)
Außerdem belegen die neuen Zahlen, die Amazon CEO Jeff Bezos letzte Woche der Öffentlichkeit präsentierte (und die Publishers Marketplace im Gespräch mit zahlreichen Verlagen überprüft und bestätigt hat), dass der Kindle vom amerikanischen Markt sehr, sehr gut aufgenommen wurde.
  • 35% aller Bücher, von denen es Kindle-Ausgaben gibt, werden als Kindle-Ausgaben gekauft. (Das ist dreimal so viel wie im Oktober 2008 und Februar 2009)
  • Die Verkaufszahlen von Kindle-Ausgaben haben sich von Februar zu März 2009 verdoppelt. (Die kostenlosen Downloads ausgeschlossen.)
Dennoch, einige Fragen bleiben offen:
  • Welchen Anteil an den Downloads machen die iPhones aus?
  • Amazon hat auch noch keinerlei Auskunft zu den Verkäufen von Kindle-Lesegeräten gegeben. Experten gehen von einer Zahl zwischen 900.000 und 1.000.000 (Kindle 1 + Kindle 2) aus.
  • Kaufen Kindle-Besitzer alternativ oder zusätzlich zum guten alten Buch? Letztes Jahr hatte Amazon eine Statistik veröffentlicht, dass Kindle-Besitzer weiterhin die selbe Anzahl an gedruckten Büchern kaufen, aber zusätzlich (pro Monat nehme ich an) 1,6 - 1,7 elektronische Bücher. Aber, wie gesagt, dass sind alte Zahlen und seitdem hat sich viel getan. Es wäre an der Zeit, diese Statistik auf den neusten Stand zu bringen.
Fazit: Frührentner lesen auf ihrem Kindle die Odyssee und kaufen dennoch nach wie vor die selbe Anzahl an gedruckten Büchern bei dem Buchhändler ihres Vertrauens.
Irgendwie hatte ich mir den Untergang des Abendlandes anders vorgestellt.

Freitag, 8. Mai 2009

Kleine Presseschau zum E-Book und Artikelempfehlung

Bin im Netz auf einen sehr interessanten Artikel im Wall Street Journal gestoßen, der - im Unterschied zu den meisten deutschen Artikeln - mit dem Aufstieg des E-Books weder den Untergang des Abendlandes gekommen sieht, noch die aufklärerische Befreiung der Autoren und deren Werken (z.B. Jürgen Neffe: Es war einmal. Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende. Kein Grund zur Trauer; dieser ZEIT-Artikel hat in der Branche für einen schmerzvollen Aufschrei gesorgt).

Nein, Johnsons Artikel ist erfrischend ausgewogen. Er beleuchtet die negativen Seiten des verstärkten E-Lesens (konzentriertes Lesen und Eintauchen in den Text nur noch eingeschränkt möglich), die Chancen für das buchverteibende Gewerbe (Spontankäufe!) und das lesende oder schreibende Individuum (kollektives Lesen! Links! Austausch!) und prognostiziert Dinge, deren Beurteilung als positiv oder negativ jedem selbst überlassen ist. Das Comeback des Cliffhangers zum Beispiel.

Enjoy:
  


Mittwoch, 6. Mai 2009

Wie alles begann...

Es war einmal an einem sehr regnerischen Tag vor nicht allzu langer Zeit, als ich beschloss, mir einen Kindle 2 zuzulegen. Seit dem Abitur habe ich immer in irgendeiner Kapazität in der Buchbranche gearbeitet, tue das nach wie vor und bin beeindruckt von der Panik, die ob der E-Books herrscht. Der Untergang des Abendlandes. Das glaube ich nicht, bevor ich es nicht selbst gesehen habe.