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Donnerstag, 19. November 2009

Wie ein Kindle, nur ohne alle Vorteile eines Kindles: Kindle for PC

Der neuste Kniff aus dem Hause Amazon, um sich einen möglichst großen Teil des E-Book-Kuchens zu sichern, der voraussichtlich im Jahr 2010 entscheidend aufgeteilt wird, ist: 'Kindle for PC'.

Es ist, als besäße man einen Kindle, nur dass man die Texte weiterhin an einem hintergrundbeleuchteten PC-Bilschirm lesen muss. Also wie die Kindle-for-iPhone-Applikation, nur ohne Mobilität. Toll.

Immerhin kostet es nichts. Das heißt, der Download des Programms kostet nichts, die Bücher natürlich schon.

Wer es dennoch versuchen möchte, kann das Programm hier herunterladen.

Nur die Mac-Benutzer müssen sich noch ein klein wenig gedulden: "Mac Version coming soon".
Na Gott sei dank.

Montag, 12. Oktober 2009

2010 auch Kindle DX weltweit erhältlich

Zu detailierten Aussagen ließ sich Amazon Sprecher Drew Herdener nicht hinreißen. Nur, dass der Kindle DX irgendwann nächstes Jahr in seiner internationalen (d.h. UMTS-fähigen) Version erscheinen wird.

Wahrscheinlich wird dieser Release dann auch wieder mit einer Preissenkung verbunden sein. Momentan kostet der Kindle DX nämlich noch stattliche $489. Mit seinem extra-großen Display (18,3 cm x 26,4 cm), seiner Fähigkeit PDFs zu lesen ohne sie - wie für den Kindle 2 - erst in AZWs umwandeln zu müssen (wie das geht zeige ich hier) und der Screen, der sich bei automatisch mitdreht, wenn man von Hochkant- auf Querformat wechselt richtet er sich vor allem an Schüler und Studenten (wobei die Frage nach internationalen e-Schulbüchern dabei noch offen bleibt) und Zeitungsleser.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Mehr zum Kindle, der nun endlich nach Deutschland geliefert wird

Hier noch ein paar Fakten, die ich zum neuerlichen internationalen Kindle-Versand gefunden habe:
  • Offizieller Lieferbeginn ist erst der 19. Oktober (just der Montag nach der Buchmesse - was für ein Zufall), bis dahin kann das Gerät auf der Seite nur vorbestellt werden

  • Bei einer internationalen Lieferung des Kindles muss dieser nachverzollt werden, Versandgebühren fallen ebenfalls an. Macht: $279 internationaler Preis (der amerikanische wurde just auf $259 gesenkt), also ca. €190 + $21 Versand + $57 Zoll und Einfuhrsteuern, womit wir bei $356 bzw. €242 Gesamtpreis wären.

  • Internationale Downloads werden voraussichtlich $1.99 Aufpreis (Roaminggebühren) kosten, d.h. die meisten Bücher werden dann $11.98 statt für $9.99 kosten. Was trotzdem noch unter den Kosten für die meisten physischen oder 'dead-tree' Bücher ist.

  • Ein großes Fragezeichen ist jedoch der internationale Content.
    Zwar gibt es ein paar gemeinfreie deutsche Werke, wie z.B. 'Die Leiden des jungen Werther' oder 'Also sprach Zarathustra' die sich für $0.99 herunterladen lassen (bzw. $0.99 + $1.99), doch nach aktuellen deutschen Büchern sucht man dort vergeblich. Will Amazon langfristig internationale Kunden binden, müssen sie auch internationalen Content sowie die Wörterbuchfunktion in mehreren Sprachen anbieten. Jeff Bezos nennt dies zwar eindeutig ein Ziel, doch ist es bis dahin noch ein langer Weg.

  • Noch eine Kuriosität am Rande: Der Kindle wird zwar ab dem 19. Oktober in 100 Ländern verfügbar sein, in etlichen davon wird auch die Wireless-Funktion nutzbar sein, völlig ausgeschlossen von der ganzen Kindle-Euphorie bleibt jedoch der direkt USA-Nachbar Kanada. Dabei ist es vom Amazon-Firmensitz in Seattle bis zur kanadischen Grenze nur eine knappe Stunde ...

  • Die Blog- und Browser-Funktion des Kindle wird neben den USA nur in Japan zu nutzen sein.

  • Eine gute Übersicht über die Länder, in denen der Kindle ab dem 19. Oktober mit welchen Funktionen verfügbar sein wird, gibt der Kindle-Blog blogkindle in Tabellenform. Amazon hat auch eine hübsche Grafik dazu zusammengestellt:



Kindle wird nun auch nach Deutschland versandt!

In einer Nachricht auf Amazon.de wendet sich Jeff Bezos an die Kunden in Deutschland und teilte ihnen mit, dass der Kindle ab sofort auch aus Deutschland über Amazon.com - aber mit dem bereits vorhandenen Amazon.de-Account - aus den USA bezogen werden kann.



Der Download von Büchern über das Handynetz sei nun in 100 Ländern möglich und nicht mehr nur in den USA oder per Computersynchronisierung.

Die gleiche Nachricht findet sich übrigens auch auf den Seiten von Amazon.co.uk, Amazon.fr und Amazon.jp.

Amazon ist es damit genau eine Woche vor Start des wichtigen Branchentreffens, der Frankfurter Buchmesse, gelungen, für eine Sensation zu sorgen und zu zeigen, dass man in Zukunft den europäischen Markt nicht kampflos Sony, iRex, Cool-er & Co. überlassen wird. Es wird spannend!

Freitag, 2. Oktober 2009

Kindle Launch in Großbritannien noch im Oktober?

"Zuverlässigen Quellen" zufolge wird Amazon nächste Woche ankündigen, dass der Kindle 2 in Großbritannien noch diesen Oktober auf den Markt kommen wird. Offensichtlich hat man sich mit den lokalen Mobilfunknetzbetreibern in Sachen 3G und WiFi-Nutzung geeinigt.

Der Kindle 2 wird im Vereinigen Königreich vorraussichtlich £199 kosten. Ob der Kindle DX ebenfalls ab Oktober dort erhältlich sein wird, ist noch unklar.

Die erwartete Ankündigung nächste Woche ist von strategischer Bedeutung, da sie damit gerade noch vor Beginn der Frankfurter Buchmesse (14.-18.10.) erfolgen und sicher für reichlich Gesprächsstoff auf der Messe sorgen würde. Auf der letztjährigen Buchmesse galt die Aufmerksamkeit und das rege Interesse allein dem Konkurenten Sony und dessen Lesegerät PRS-505.

Über einen Launchtermin für Deutschland ist nach wie vor nichts bekannt.

Freitag, 28. August 2009

Nun liefert auch Google in EPUB

Am Mittwoch hat Google auf seinem hauseigenen Booksearchblog angekündigt nun die gescannten gemeinfreien Werke auch als EPUB anzubieten.
EPUB nimmt damit eine weiter Hürde auf dem Weg zum Standard-Ebook-Format (siehe Post vom 18. August).
(Wann) wird sich Amazon anschließen?

Dienstag, 18. August 2009

EPUB vs. AZW

Sony hat in einer Pressemitteilung die Ebookwelt wissen lassen, dass sie in Zukunft auch in den USA voll auf das EPUB-Format setzen werden. (Während Sony in Europa schon seit langem EPUB als Standardformat verwendet, bediente man sich in den USA bis jetzt des proprietären BBeB Formats.) Um die digitalen Rechte zu verwalten (DRM - Digital Rights Management) wird man auf ein Adobe Produkt zurückgreifen, das es zulässt, den Content auf verschiedene Endgeräte zu übertragen, ein offeneres Format also als das Amazon-eigene AZW.

Tatsächlich können heute alle handelsüblichen EBook-Reader außer dem Kindle EPUB lesen. Auch zeigt die Erfahrung aus dem Softwarebereich, dass es meist ein zumindest teilweise offenes Format ist, das sich letztendlich durchsetzt. Auch hat Amazon viel Kritik über sich ergehen lassen müssen, als bekannt wurde, dass widerrechtlich angebotene Exemplare von Orwells 1984 einfach von den Kindlen der Käufer entfernt wurden.

Es bleibt die Frage, ob Amazon seinen Kindle in naher Zukunft auch dem EPUB-Format öffnen wird, um nicht den Anschluss an ein Standardformat zu verlieren und den Wünschen der Kunden nach einer Öffnung des Formats zu entsprechen.

Meiner Ansicht nach wird sich diese Frage jedoch nicht allein an dem Markterfolg des neuen Sony Lesegeräts entscheiden, das im Herbst eingeführt werden wird und dass nun dann auch - wie der Kindle - Content kabellos herunterladen kann, wie auf zahlreichen Blogs gemutmaßt.

Ich glaube, dass ein ganz anderer Mitspieler hier den Ausschlag geben könnte: Apple.

Apples mit viel Spannung erwartetes Tablet, das wahrscheinlich diesen Herbst/Winter herauskommen wird, soll alles sein: Smartphone, iPod, Netbook und EBook-Reader. Bislang hat sich Apple in Sachen EBook komplett Amazon angeschlossen, sei es bei der Kindle-iPhone-Application, sei es bei der Ankündigung, keinen eigenen EBook-Content-Store anzubieten, sondern an den Amazon-Store zu verweisen. Würde Steve Jobs nun Jeff Bezos ans Herz legen, dem EPUB-Format eine Chance zu geben, würde dieser Wunsch sicher nicht verhallen...

Montag, 17. August 2009

Den Kindle doch nach Deutschland geliefert bekommen?

Da der Kindle-Launch in Deutschland wohl noch etwas auf sich warten lassen wird, bleibt uns nichts übrig, als zu warten. Oder sich den Kindle nach Deutschland liefern zu lassen ...

Allen Voraussetzungen (amerikanische Kreditkarte und Lieferadresse) zum Trotz gibt es wohl doch eine Möglichkeit, den Kindle nach Deutschland geliefert zu bekommen. Und zwar mit einem so genannten 'Mail Forwarding' (Anbieter: z.B. US Global Mail oder vPost). Ich habe einige Berichte gelesen, dass das gut funktioniert. Allerdings kommen noch Gebühren (Forwarding-Gebühren, Porto, Versicherung, Zoll) von bis zu 100$ hinzu.
Die deutlich stressfreiere Variante ist natürlich, sich den Kindle zu Freunden in den USA oder beim nächsten US-Besuch ins Hotel liefern zu lassen.

Aber was ist mit der amerikanischen Kreditkarte, ist die nicht auch eine Voraussetzung für den Kindle-Kauf? - Prinzipiell ja. Aber ich habe wiederum gelesen, dass man das umgehen kann, indem man mit einer deutschen Kreditkarte ein 'Gift Certificate' im Amazon.com-Store kauft und dann diesen Gutschein seinem Amazon.com-Account hinzufügt, alle vorherigen Kreditkarten-Informationen löscht (wichtig!) und dann mit dem Gutscheinbetrag den Kindle und EBooks kauft.

Das habe ich aber, wie gesagt, nur gelesen und nicht selbst ausprobiert. Mich würde natürlich auch interessieren, ob das wirklich funktioniert. Hat jemand von Euch so seinen Kindle gekauft und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Samstag, 15. August 2009

PDFs auf dem Kindle lesen

Ein Nachteil, den der reguläre Kindle 2 gegenüber dem Kindle DX hat, ist, dass man PDF nicht einfach auf den Kindle "ziehen" kann, sondern sie erst in ein AZW-Dokument umwandeln muss.
Ist aber auch nicht schwer. Hier zeige ich, wie's geht:

Zunächst habe ich mir bei http://www.digbib.org Das Urteil von Franz Kafka als PDF heruntergeladen. Das gibt es da übrigens kostenlos.

Dann schicke ich das PDF als Anhang einer Email an:
"KindleBenutzername"@free.kindle.com
Die Betreffzeile und die Nachricht kann dabei leer sein.



Darauf bekommt man innerhalb von weniger Minuten folgende Email vom Amazon Support:


Man klicke auf den blau markierten Link ("Das_Urteil_.azw"), darauf öffnet sich Amazon.com als neuer Tab und man muss sich mit seinen Accountdaten einloggen. Sobald dies geschehen ist, wird der Download der .AZW-Datei angeboten:


Nun klicke man einfach auf "OK" und die .AZW Datei befindet sich auf dem Desktop.


Dann geht es weiter wie bei jedem normalen EBook:
- Kindle per USB an den Computer anschließen.
- Dokument per Drag-and-Drop in den Ordner 'documents' des Kindle-Laufwerks ziehen.
(Zur Detailanleitung "Wie lade ich in Deutschland EBooks für den Kindle herunter?")

Fertig.



Das geht mit jedem PDF-Dokument. Ich habe mir neulich versuchsweise mein DeutscheBahn Online-Ticket als PDF auf den Kindle gezogen. Fazit: Funktioniert. Aber 'übersichtlich' sieht anders aus. Die eine PDF-Seite war auf 10 Kindle-Seiten verteilt.

Montag, 3. August 2009

Basic Q&A: Funktioniert der Kindle in Deutschland?

Q: Funktioniert der Kindle in Deutschland?
A: Ja, er funktioniert.
Allerdings kann muss man ihn an den Computer anschließen, um neue Bücher/Zeitschriften/Zeitungen herunterzuladen. In den USA läuft der Download äußerst praktisch und ortsunabhängig über das Handynetz ('Whispernet'). In Deutschland funktioniert das nicht. Daher muss man den Kindle - wie den Sony Reader auch - per USB an den Computer anschließen.

Q: Wo bekomme ich einen Kindle? Bei Amazon.de gibt es ihn nicht.
A: Ja, Amazon.de hat ihn (noch) nicht im Programm. Bislang bekommt man den Kindle nur bei Amazon.com. Allerdings kann man ihn sich dann auch nicht einfach nach Deutschland liefern lassen. Man braucht eine amerikanische Lieferadresse und eine amerikanische Kreditkarte. Das ist der Haken.
Natürlich gibt es ihn inzwischen auch bei Ebay. Allerdings für absurde 489 €.

Q: Woher bekomme ich Content für meinen Kindle?
A: Auch von Amazon.com. Speziell für den Kindle bearbeitete Bücher haben die Dateiendung ".azw". Die meisten Ebook-Anbieter hierzulande (libri.de, buecher.de, hugendubel.de, thalia.de, mayersche.de aber auch auf der Webseite oder im Laden mancher kleiner unabhängiger Buchhandlung!) bieten ihre Ebooks im EPUB-Format an. Dieses Format ist speziell auf den Sony Reader zugeschnitten und kann vom Kindle nicht angezeigt werden. Manche Onlinebuchhandlungen (hugendubel.de, z.B.) bieten ihre Ebooks allerdings auch im PDF Format an. Mit PDF kann der Kindle umgehen.

Q: Woher bekomme ich deutsche ebooks für den Kindle?
A: Entweder als PDF von oben genannten Online-Buchhandlungen, als PDF-Datei in einem der vielen Ebook-Downloadplattformen (z.B. Projekt Gutenberg; eine gute Übersicht über die Plattformen bietet www.buecher-sucher.de/ebooks.php). Ein Handvoll der gemeinfreien deutschen Bücher finden sich auch bei Amazon.com. Amazon.de bietet noch keine Ebooks an.

Montag, 20. Juli 2009

Meine Lieblingsfunktion: das Wörterbuch

Zugegeben, Amazon macht es einem nicht gerade einfach, den Kindle außerhalb der USA zu nutzen. Man braucht eine amerikanische Kreditkarte, eine amerikanische Lieferadresse und der Download von Büchern ist auch etwas umständlicher als in den USA (siehe dieser Blogeintrag). Dabei hat der Kindle eine Funktion, die meiner Ansicht nach von der englischsprachigen Führungsriege von Amazon mit ihrem Scheuklappenblick auf den US-Markt noch völlig unterschätzt wird: das Wörterbuch. So einfach und doch revolutionär in Kombination mit einem Lesegerät. Die USP für jeden, der seinen Englischwortschatz erweitern will!

Man navigiere mit den kleinen Joystick den Cursor (der blinkende Balken, siehe Photo unten)vor das unbekannte Wort. Was bitte ist 'Plimsoll'? Und prompt erscheint eine Kurzerklärung am unteren Rand des Bildschirms. Sollte man eine ausführlichere Erklärung benötigen, muss man einfach die Return-Taste drücken et voilà.


Mit 'plimsoll' habe ich - zugegeben - ein extremes Beispiel ausgesucht. Das Wörterbuch hilft aber nicht nur bei exotischen Sacherklärungen, sondern auch schon bei den einfachsten Verben, die einem gerade entfallen sind.
Was für eine wundervolle Funktion für uns Englischlernende! Vorbei sind die Zeiten, in denen man neben dem Buch noch ein Wörterbuch liegen hat und den Lesefluss durch mühsames Nachschlagen unterbrechen muss! Ich wünschte, ich hätte The Corrections damals schon auf dem Kindle lesen können.
Was wir nun brauchen, sind Kindle-Worterklärungen und Kindle Ebooks auch in weiteren Sprachen! Auf geht's, Amazon!

Donnerstag, 9. Juli 2009

News: Amazon senkt Kindle-Preis

Amazon hat den Preis des Kindle von 360$ auf 299$ gesenkt.
Damit ist der Kindle zumindest etwas näher an den Konkurrenzprodukten: Der Sony-Reader kostet aktuell 280$, der weniger bekannte Cool-er 250$.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Münchner Kindl(e)


Er ist da, mein Münchner Kindl(e)! Frisch importiert aus den USA.

Montag, 29. Juni 2009

Deutschland muss warten

Laut Wirtschaftswoche muss sich Deutschland wohl noch etwas gedulden, bis der Kindle auch hier auf den Markt kommt.

Der größte Vorteil des Kindles gegenüber dem Sony Reader ist wohl die überaus praktische (und verführerische) Möglichkeit, Bücher jederzeit und überall wireless über das Handynetz herunterzuladen. Habe das in den USA ausprobiert; geht wirklich so schnell wie das Versenden einer SMS! Den Sony Reader (und in D auch den importierten Kindle) dagegen muss man erst an den Computer anschließen und über seinen Account Bücher herunterladen (wie genau, dazu bald mehr).

Nun sind - laut Wiwo - die Verhandlungen von Jeff Bezos (Amazon) mit Vodafone und T-Mobile bezüglich einer Handynetznutzung gescheitert. Vodafone und T-Mobile wollten mehr Gebühren für die Netznutzung, als Amazon bereit war zu zahlen. Und ohne Key Feature auch kein Launch... Damit wird es immer unwahrscheinlicher, dass der Kindle (wie gemunkelt) im Oktober zur Buchmesse seinen Deutschland-Start erleben wird.

Montag, 18. Mai 2009

Überraschende Zahlen zum Kindle

E-books polarisieren. Untergang des Abendlandes vs. große Hoffnungen in die Literatur 2.0 und die Erschließung des jungen, interaktivmediensüchtigen Publikums.
Umso besser mal ein paar handfeste Zahlen (ja, die Zahlen kommen aus den USA und beziehen sich nur auf den Kindle) zu bekommen.

Drei große Überraschungen waren für mich dabei:
  1. Die größte Lesergruppe sind nicht die Computer-Kids oder die digitale Bohème aus Twentysomethings und Thirtysomethings sondern "ältere Leser".
  2. Dementsprechend dominieren Romane die Kindle Downloads (80% der Top 25 Kindle Bestseller sind Romane und 75% der Top 100). Romane machen beim Kindle somit einen größeren Teil aus, als bei den 'physischen' Buchverkäufen Amazons.
    In Anbetracht dieser Tatsache war es entweder sehr klug, den Kindle DX (der Kindle in Übergröße, der vor allem für Fachbücher und Zeitungen gedacht ist) auf den Markt zu bringen, oder sehr dumm.
  3. Klassiker machen einen großen Teil der Verkäufe im Kindle-Format aus. Genaugenommen sind 35% aller verkauften Kindle-Romane Klassiker! (Im Vergleich zu 14% der konventionellen Verkäufe)
Außerdem belegen die neuen Zahlen, die Amazon CEO Jeff Bezos letzte Woche der Öffentlichkeit präsentierte (und die Publishers Marketplace im Gespräch mit zahlreichen Verlagen überprüft und bestätigt hat), dass der Kindle vom amerikanischen Markt sehr, sehr gut aufgenommen wurde.
  • 35% aller Bücher, von denen es Kindle-Ausgaben gibt, werden als Kindle-Ausgaben gekauft. (Das ist dreimal so viel wie im Oktober 2008 und Februar 2009)
  • Die Verkaufszahlen von Kindle-Ausgaben haben sich von Februar zu März 2009 verdoppelt. (Die kostenlosen Downloads ausgeschlossen.)
Dennoch, einige Fragen bleiben offen:
  • Welchen Anteil an den Downloads machen die iPhones aus?
  • Amazon hat auch noch keinerlei Auskunft zu den Verkäufen von Kindle-Lesegeräten gegeben. Experten gehen von einer Zahl zwischen 900.000 und 1.000.000 (Kindle 1 + Kindle 2) aus.
  • Kaufen Kindle-Besitzer alternativ oder zusätzlich zum guten alten Buch? Letztes Jahr hatte Amazon eine Statistik veröffentlicht, dass Kindle-Besitzer weiterhin die selbe Anzahl an gedruckten Büchern kaufen, aber zusätzlich (pro Monat nehme ich an) 1,6 - 1,7 elektronische Bücher. Aber, wie gesagt, dass sind alte Zahlen und seitdem hat sich viel getan. Es wäre an der Zeit, diese Statistik auf den neusten Stand zu bringen.
Fazit: Frührentner lesen auf ihrem Kindle die Odyssee und kaufen dennoch nach wie vor die selbe Anzahl an gedruckten Büchern bei dem Buchhändler ihres Vertrauens.
Irgendwie hatte ich mir den Untergang des Abendlandes anders vorgestellt.

Samstag, 16. Mai 2009

Blogs für Kindle verfügbar machen

Blogger können nun ihr Blog auch für den Kindle verfügbar machen und dabei - so verspricht Amazon - sogar über Abonnements Geld verdienen! Nun ja, für die Meisten von uns springen am Ende wahrscheinlich nur Centbeträge dabei heraus. Aber es gilt das olympische Motto.

Zur Registrierung geht' s hier!

Montag, 11. Mai 2009

Gerüchteküche: Kindle Launch in Deutschland

Amazon sei dabei, den Launch des Kindle für Deutschland vorzubereiten. So weit, so unspektakulär. Ist doch der deutsche hinter dem englischsprachigen Buchmarkt der zweitgrößte weltweit. Und bislang hat Amazon das E-Book Geschäft hierzulande völlig der Sony-Libri-Thalia-Allianz überlassen. Dass dies nicht ewig so bleiben wird, davon ist auszugehen.

Viel interessanter ist der Grund, der für diese Vermutung angegeben wird:
Auf Amazon.com sei nämlich schon 1 (sic!) deutschsprachiges E-Book zu erwerben. Ein medizinisches Fachbuch in deutscher Sprache.

Na dann, klarer Fall! Der Kindle kommt!
Ich hoffe trotzdem, dass Amazon bis dahin noch ein wenig an der Programmvielfalt arbeiten wird.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Fragen über Fragen

Nun ist es leider nicht so einfach, sich in Deutschland einen Kindle 2 zu organisieren. Dazu braucht man zunächst einmal eine amerikanische Kreditkarte und eine amerikanische Postadresse. Den Familienbanden sei Dank, war das bei mir kein Problem.

Auftritt Stimme der Vernunft: Aber, Eva, das will alles gut durchdacht sein! Kannst Du denn damit überhaupt in Deutschland E-Books herunterladen? Oder nur von Amazon.com? Und überhaupt, funktioniert das nicht alles über das Handynetz?
Eva: Guter Punkt, Stimme der Vernunft, da werde ich einmal nachfragen.

Zwei Emailanfragen beim "Express-Email-Kundenservice" von Amazon verhallen unbeantwortet.

Akt II:
Amazon-Kundentelefonservice: "Willkommen bei Amazon.de. Um Ihre Anfrage an den richtigen Mitarbeiter weiterzuleiten, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen. Drücken Sie "1" für Fragen zu einer Bestellung bei Amazon oder Amazon Marketplace. Wenn Sie Fragen zum MP3-Download haben, drücken Sie bitte die "2". Drücken Sie "3" falls sie eine Frage als Amazon-Marketplace -Verkäufer haben."

Fragen zu Produkten werden offensichtlich gar nicht angenommen. Ach, gute alte Buchhandlung. Ich drücke die "1" und gerate an eine freundliche Dame.
- "Ja, guten Tag, ich hätte eine Frage zum Kindle 2."
- "Zu was?"
- "Zum Kindle"
- "Was ist das?"
- "Das elektronische Lesegerät von Amazon."
- Schweigen.
- "Ihr E-Book Reader."
- "Und was für eine Frage haben Sie dazu?"

Ich schildere Ihr meine Frage. Kann ich damit auch in Deutschland E-Books herunterladen? Gibt es Erfahrungswerte?
- "Ja, das können Sie auf jeden Fall."
- "Sind Sie da sicher? Oder wissen Sie, an wen ich mich da sonst wenden könnte?"
- "Nein, nein ich bin mir da 100%ig sicher."
Ich wende nicht ein, dass Sie vor einer Minute noch nicht mal wusste, was ein Kindle ist. Ich bedanke mich artig für das Gespräch und lege auf.

Auch dem nächsten Mitarbeiter, den ich in der Leitung habe, muss ich erst erklären, was ein Kindle ist. Doch er vertritt eine andere Meinung.
- "Wissen Sie, das geht bei uns nicht, hier in Deutschland gibt es doch die Buchpreisbindung, das heißt, dass ein Buch immer nur zum selben Preis verkauft werden darf."
Aha, das wird nun also mal wieder eine Buchpreisbindungsdiskussion.
- "Aber den Sony Reader gibt es doch hier auch. Und für den sind Inhalte auf Thalia.de erhältlich. Und etliche Verlage bieten das auf Ihren Seiten auch an. Für die gilt doch auch die Buchpreisbindung."
Der freundliche Mitarbeiter bittet mich, zu warten, er möchte sich kurz mit Kollegen besprechen. Fünf Minuten später ist er wieder in der Leitung. Er dankt mir für meine Geduld. Also, er habe sich informiert und er und seine Kollegen seien sich einig, dass die E-Books in Deutschland nicht auf den Markt kommen würden.
Wegen der Buchpreisbindung.

Ich gebe auf und schreibe eine Email-Anfrage an Amazon.com.
Nach zwei Stunden ist die Antwort da.
In Deutschland könne man problemlos die englischen E-Books von Amazon.com per Computer (also nicht über das Handynetz) herunterladen. Damit habe man schon Erfahrungen gemacht. Einzige Voraussetzung sei eine amerikanische Kreditkarte. Wann es auch deutsche E-Books auf Amazon.de zum Herunterladen gäbe, ließe sich allerdings noch nicht sagen.
God bless America.